Adblock-Plus provoziert Online-Vermarkter zur dmexco mit Pixi-Buch über Internet-Werbung

Kindermund tut Wahrheit kund. Wenn es nach den Betreibern von Adblock-Technologien geht, gelten Kinder wohl als die besten Überzeugungstäter für ihre Sache. Vielleicht holt deshalb Eyeo, der Betreiber des Browserplugins Adblock-Plus, pünktlich zur dmexco 2015 zu einem Seitenhieb gegen die Online-Vermarkter aus. Das Mittel der Wahl überrascht definitiv: Das Pixi-Buch „Lina und Anton entdecken die Internet-Werbung“ soll auf der Leitmesse für die Digitalbranche verteilt werden.

"Lina und Anton entdecken die Internet-Werbung" ist eine Sonderausgabe des Carlsen Verlags für Eyeo, den Anbieter der Browsererweiterung Adblock-Plus. Quelle: Unternehmen.

„Lina und Anton entdecken die Internet-Werbung“ ist eine Sonderausgabe des Carlsen Verlags für Eyeo, den Anbieter der Browsererweiterung Adblock-Plus. Quelle: Unternehmen.

Das gute alte Marketing bedient den Grundsatz, durch Werbung zu provozieren und Emotionen zu wecken. Schließlich wird der Wettbewerb immer härter und Werbung muss wiederum immer aggressiver werden. Unzählige Marken buhlen um die Aufmerksamkeit der Kunden, teils mit sehr plakativen Werbemaßnahmen. Darin findet sich auch die Kritik der Vertreter aus den Lager der Adblocker, denn Online-Werbung gilt mittlerweile bei vielen Nutzern als extrem laut und stört viele Internetnutzer. Die Werber hingegen wissen darum und haben seit langer Zeit erkannt, dass leise Töne den Konsumenten nicht mehr erreichen.

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) legte jüngst in seiner Erhebung vor, dass bei rund einem Fünftel aller Seitenzugriffe über die von IVW und AGOF ermittelten Reichweitenwerte die Adblocker-Technologien zum Einsatz kommen. Gemessen an den 1,58 Milliarden Euro, die im letzten Jahr durch Online-Werbung eingenommen wurden, schmerzt dieser ermittelte Verlust ordentlich im Geldbeutel. Welchen Anteil an der Adblock-Quote das Adblock-Plus-Plugin von Eyeo hat, lässt sich bislang nicht in Zahlen bestätigen.

Der Papa fasst zusammen, wie Werbung funktioniert und welche Absicht dahinter steckt. Quelle: Unternehmen.

Der Papa fasst zusammen, wie Werbung funktioniert und welche Absicht dahinter steckt. Quelle: Unternehmen.

Ja, die Werbung befindet sich konsequent auf der Suche nach Neuem. Gleiches gilt für Imagekampagnen, deren Zweck in der Stärkung der eigenen Wahrnehmung am Markt und der Marktposition im Wettbewerb liegt. Ob das Pixi-Buch von Eyeo dabei zur Kommunikation mit den anderen Marktakteuren geeignet ist, wird die dmexco und die Nachwehen der Messe zeigen. Zumindest wird diese schrille Idee, das eigene Geschäftsgebaren in einer durch Kindheitstage vertrauten Umgebung darzustellen, für einige Wellen und ordentlich Gesprächsstoff hinter den Kulissen sorgen.

Im Pixi-Buch erklärt die Mama ihren Kindern, dass manche Werbeformen störend sind. Quelle: Unternehmen.

Im Pixi-Buch erklärt die Mama ihren Kindern, dass manche Werbeformen störend sind. Quelle: Unternehmen.

Fraglich bleibt dabei, ob diese Provokation, wie das Zurückbesinnen auf Sprache und Bilder aus Kindheitstagen gewertet werden darf, dabei auf Zustimmung oder noch größere Ablehnung stoßen wird. Die dmexco und die Branchenakteure auf Seiten der Online-Vermarkter, Mediaagenturen, Publisher und Werbetreibenden werden darauf die Antworten liefern.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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2 Antworten

  1. Chris Heil sagt:

    Ich find’s supernice. Große Teile der Werbenden behandeln die Zielgruppen wie dumme kleine Kinder. Den Spieß mal so herum… find ick dufte.

  1. 27. Januar 2016

    […] Chris Heil: Ich find’s supernice. Große Teile der Werbenden behandeln die Zielgruppen wie dumme kleine Kinder…. […]

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