BDZV: Digitale Angebote der Zeitungen weiterhin auf Wachstumskurs

Nach Ansicht des BDZV-Hauptgeschäftsführers Dietmar Wolff helfen digitale Technologien, das klassische Zeitungsgeschäft und damit das publizistische Angebot der Verlage zu erweitern. Wer bislang noch nicht auf E-Paper, Apps für Smartphones und Tablets, stationäre und mobile Webseiten bis zu Social-Media-Kanälen setzt, sollte seine Verlagsstrategie in Richtung digitales Denken weiterentwickeln. Ein Patentrezept bleibt der BDZV der Branche schuldig: „Jedes Unternehmen muss für sich herausfinden, was die Kunden wollen und was zur eigenen Marke passt“, orakelte Wolff im Rahmen der BDZV-Jahrespressekonferenz in Berlin.

Die Zeitungstitel haben laut der Leseranalyse Entscheidungsträger LAE 2014 allesamt zugelegt und behaupten sich laut BDZV als selbsternannter „Kommunikationsriese“ in einer stark fragmentierten Medienwelt. „Zwar verlieren wir leider an gedruckter Auflage, doch über die digitalen Kanäle legen die Verlage enorm zu“, rechtfertigte Wolff die Relevanz der Verlagswelt auf die meinungsbildenden Entscheidungsprozesse als Leitmedium. Nicht zu unterschätzen sei demnach das digitale Wachstum, denn seit dem unaufhörlichen Siegeszug der digitalen Medien schwächelt der Printmarkt kontiunierlich. Zwar erreichen die Zeitungsmarken über alle Ausspielkanäle hinweg mehr als 57 Millionen Menschen in Deutschland. Aber die die Mehrheit der deutschsprachigen Bevölkerung konsumieren die Nachrichten nicht nur auf Papier, sondern direkt über PCs, Smartphones und Tablets.

BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Quelle: BDZV

BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. Quelle: BDZV

Die digitalen Angebote der Zeitungen bilden nach Ansicht des BDZV das größte Informationsangebot im Internet, und erreicht im Monat rund 31 Millionen Unique User bzw. 44 Prozent der Bevölkerung. Die gedruckten Ausgaben hingegen verlieren weiter Leser und sinken von 22,2 Millionen Exemplaren (Q1/2014) auf 21,5 Millionen im zweiten Quartal des Jahres.

Bereits 79 Mitgliedsverlage des BDZV nutzen Paid Content neben den Werbeeinnahmen als Refinanzierungsmodell. Im Schnitt geben die Nutzer acht Euro pro Monatsabonnement aus, die Tageszugänge belaufen sich durchschnittlich auf 1,10 Euro. Der Verband rechnet mit einem Anstieg auf insgesamt 100 Verlage bis zum Ende des Jahres, womit die Zeitungsbranche ihre Erwartungshaltung untermauert, dass der Konsens unter den Verlagen bestünde, ihre Online-Angebote nicht mehr vollständig kostenlos anzubieten.

Auf der anderen Seite sind nun die werbetreibenden Unternehmen und insbesondere die in der Monetarisierungskette angehangenen Vermarkter und Mediaagenturen gefragt, ihre auf Werbung basierenden Geschäftsmodelle zu überdenken. Je mehr zahlende Abonnenten, desto weniger Möglichkeiten der Werbeausspielung und eine sinkende Reichweite. So zumindest die Milchmädchenrechnung, die einem direkt durch den Kopf schießen mag. Wer bei den großen Zeitungsportalen mit im Boot sitzt, muss sich über kurz oder lang mit dem Szenario der Bezahlmodelle beschäftigen.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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