Digital Marketing Recap – Februar 2016

Digital Marketing Recap Februar 2016

Digital Marketing Recap Februar 2016

Hier gibt es die spannendsten News aus dem Digitalen Marketing vom Februar. Heute mit dem Phänomen „Webrooming“ das dem stationären Handel gegenüber dem E-Commerce Auftrieb verleiht, einer praktische Infografik zum Online-Urheberrecht und umfangreichen Infos rund um die Umstrukturierung der Suchergebnisseiten von Google im Februar.

E-Commerce

Nach Showrooming kommt Webrooming

Showrooming ist das Schreckgespenst des stationären Handels: Kunden, die sich im Laden von Verkäufern beraten lassen, stauben die Ware im Internet zu Kampfpreisen ab. Nun scheint es mit Webrooming einen Gegentrend zu geben: User informieren sich vor dem Einkaufbummel im Internet über Produkte und deren Bewertungen, und kaufen die Ware im stationären Handel nachdem sie sie selbst in Augenschein nehmen konnten. Insbesondere bei technischen Geräten trifft das auf mehr Hälfte der Befragten einer Nielsen-Studie zu, wie das Handelsblatt berichtet. So wird erneut klar: Auch als stationärer Händler ohne Online-Shop ist es sehr wichtig, Online-Bewertungen zu managen, SEO zu betreiben und das digitale Marketing mit weiteren Aktivitäten in Schwung zu bringen. Nachdem vielerseits befürchtet wurde, dass stationäre Handel dem E-Commerce über kurz oder lang zum Opfer fallen könnte, klingt diese Entwicklung wie die Wiedereinstellung eines ökonomischen Gleichgewichts.

Digitale Transformation vollzogen: Otto gewinnt 10% im deutschen Online-Geschäft

Dass der stationäre Handel die Digitalisierung nicht fürchten muss, zeigt auch der Fall von Otto. Der Handelskonzern mit traditionellen Wurzeln hat in diesem 2015 ordentlich Traktion im Online-Geschäft aufgenommen. Der Umsatz über deutschen E-Commerce wuchs um 10% auf insgesamt 4,4 Mrd. Euro. Das Wachstum der Online-Sparte von Otto setzt sich nun schon seit 2010 fort, und gilt ebenso für die weltweiten Online-Aktivitäten des Handelsunternehmens.

Online-Urheberrecht

Checkliste: Darf ich diesen Inhalt verwenden?

War das Vorschaubild des Spiegel-Artikels, den ich heute morgen mit unserer Facebook-Seite geteilt habe, eigentlich urheberrechtlich geschützt ist? Darf ich das einfach so teilen? Kann mein Arbeitgeber jetzt abgemahnt werden? Solche Fragen gehen dem ein oder anderen digitalen Marketeer sicherlich oft durch den Kopf, eine klare Antwort findet sich darauf aber meistens nicht. Schluss damit! Denn Carsten Ulbricht hat dazu eine sehr hilfreiche Infografik erstellt. Danke dafür!

Customer Service

Sie brauchen Support? Schreiben Sie uns doch auf fb.com/msg/digibuzz

Um Kunden und Unternehmen den Kontakt per Facebook zu erleichtern, hat Facebook im Februar Kurz-Links für Direktnachrichten vergeben. Diese Links sind aktuell für alle Facebook-Seiten verfügbar, und können von Unternehmen als komfortable Service-Kontaktmöglichkeit eingesetzt werden.

Werben: Social Ads, SEA & Display

Suchergebnis-Seiten werden umstrukturiert

Die Suchergebnis-Seiten von Google wurden im Februar an mehreren Stellen verändert:

  1. Google stellt die AdWords-Anzeigen auf der rechten Seite für Desktop-Computer ein, und passt die SERPs damit an das mobile Zeitalter an.
  2. Die Anzeigenfläche über den organischen Suchergebnissen bekommen einen weiteren vierten Platz der sowohl in den mobilen als auch in den Desktop-SERPs verfügbar ist.
  3. Die Werbeanzeigen werden unauffälliger gekennzeichnet:

Dies hat Auswirkungen auf SEO und SEA:

  • Da die organischen Ergebnisse um eine Position nach unten rücken, wird es noch wichtiger in den organischen Ergebnissen möglichst weit oben zu stehen.
  • Es werden mehr Werbende auf die Top- und Bottom-Ads zu verteilen sein. Dadurch werden einige Werbeanzeigen unweigerlich auf die zweite Seite schwappen, auf der deutlich weniger Traffic realisiert wird.
  • Die Top- und Bottom-Ads produzieren erheblich mehr Traffic (Laut einer ersten Analyse von Inbiz bis zu 31%)
  • Shopping Ads werden noch wichtiger

100%-In-View: Neues Gebot-Format für Facebook-Ads
Wer sicherstellen will, dass seine Werbeanzeigen nur abgerechnet werden, wenn sie beim Scrollen vollständig im Bildschirm angezeigt wurden, kann dies nun als Gebotsformat bei Facebook einstellen.

100%-In-View Ads Facebook

100%-In-View Ads Quelle: Facebook

 

Facebook plant Ads per Direktnachricht

Was bisher als Werbung per Newsletter möglich ist, wird nun auch auf Facebook funktionieren: Nutzer, die mit Marken Privatnachrichten schreiben, können vermutlich ab dem zweiten Quartal 2016 mit Facebook-Werbung angesprochen werden. Facebook öffnet damit einen vertraulichen, nicht-öffentlichen Kanal für Werbung. In Deutschland dürfte diese Form der Ansprache allerdings ein rechtliches Risiko darstellen. Haben die angesprochenen User vorher nicht eingewilligt, könnten Facebook-Ads per Messenger von Verbrauchern als unerwünschte Werbung nach §7 UWG zur Anzeige gebracht werden.

Diplay Ads: Deutscher Markt im Aufwärtstrend

Es läuft gut für die Anbieter von Display-Werbung: In 2015 ist der ihr Umsatz in Deutschland um 6,0% auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Für 2016 prognostiziert der Online-Vermarkterkreis (OVK) weiteres konstantes Wachstum um 6,3% auf ca. 1,7 Milliarden Euro.

Zahlen, Analytics & Monitoring

Die Welt surft mobil: Es gibt mehr mobile als stationäre Internet-User

We are Social hat sein neues umfangreiches Statistik-Kompendium für die digitale Welt vorgelegt. Auch in 2016 wird der Mobiltrend klar: Es gibt deutlich mehr User, die das Internet mobil besurfen als solche, die mit einem Festanschluss ins Netz gehen. Dieser Trend war auch in 2015 schon erkennbar. Wer die digitale Welt möglichst komplett begreifen möchte, dem sei das folgende 537 Seiten starke Slidedeck ans Herz gelegt.

Sentiment-Analysen werden einfacher: Facebook-Reactions jetzt weltweit verfügbar

Web-Analysten haben sich die Hände gerieben: Die neuen Facebook-Reactions wurden weltweit freigeschaltet. Damit haben die User nun die Möglichkeit, Postings nicht nur mit einem Like, sonderen auch mit Love, Haha, Wow, Sad und Angry zu versehen. Sentiment-Analysen, die bisher nur mit aufwändigen Text-Analysen per Hand oder mit Algorithmen möglich waren, werden in Zukunft mit Facebook-Daten sehr viel einfacher vonstatten gehen. Noch sind diese Daten zwar nicht per Excel-Export in der Insights-Section von Facebook-Seiten verfügbar, aber immerhin wird das Auszählen per Hand einfacher sein. Der Newsfeed-Algorithmus wird sich aufgrund der neuen Daten auch verändern. Das wird zumindest bereits vom Business Insider vermutet.

Insights für das stationäre Geschäft: Facebook präsentiert Local Insights

Wann sind die meisten Facebook-Nutzer im Umkreis Ihres Ladens unterwegs? Wie viele davon haben Ihre Facebook-Ads gesehen? Wie lassen sich diese Passanten demografisch einstufen? Diese und mehr Informationen stellt Facebook neuerdings mit Local Insights bereit. Interessant dabei ist, dass mit diesen Daten nicht nur Postings, Ads und die Zusammensetzung der Community sondern auch „reale“ Unternehmensaktivitäten optimiert werden können. So lassen sich Stoßzeiten erkennen und Personaleinsatzpläne darauf abgestimmt werden, demografische Hintergründe des Klientels bei der Rekrutierung von Personal berücksichtigt und vieles mehr.

Neue Metriken für Facebook-Videos

Weil Video-Content im Facebook-Newsfeed automatisiert abgespielt wird, können damit starke Reichweiten realisiert werden. Allerdings erfolgt das Autoplay stumm, es sei denn die User klicken das Video aktiv an. Wie gut ist dann die Qualität der hohen Reichweite der Videos? Facebook bietet dazu nun neue Metriken für Seiteninhaber an: Werbetreibende können nun einsehen, wie viele User sich das Video stumm oder mit Ton angesehen haben. Zunächst ist diese Metrik nur für organische Views – also in den Page Insights – verfügbar. Eine Erweiterung der Insights für werbeunterstützte Views im Business Manager ist in Planung.

Mehr Engagement: Facebook Studie von mehr als 1 Milliarde Postings liefert Erkenntnisse

1 Milliarde Postings können nicht lügen: Mit einer umfangreichen Analyse hat BussSumo die Erfolgsfaktoren von Facebook-Postings untersucht. Auch wenn die Ergebnisse nicht zwingend überraschen, liefert die Studie Bestätigung für Vermutungen:

  • Fragen und Bilder erzielen im Schnitt die meisten Interaktionen
  • Postings mit maximal 50 Zeichen erzielen das meiste Engagement
  • YouTube-Videos performen schlechter als Facebook-Videos
  • Postings mit Hashtags erhalten weniger Likes, Comments und Shares
  • Postings, die zwischen 22 und 24 Uhr veröffentlicht werden, erhalten am Meisten Interaktionen. Das zum Teil daran, dass zu dieser Zeit weniger Postings verfasst werden.
  • Sonntag ist der Wochentag, an dem Postings das meiste Engagement bekommen
  • Instagram-Fotos realisieren 23% mehr Interaktionen
  • Verlinkte Artikel, die mehr als 1.000 Wörter lang sind, erhalten mehr Engagement als kürzere Artikel

Wer diese Insights verwerten will, sollte genau prüfen, ob sie bei der eigenen Community tatsächlich eine Verbesserung bringen. Denn jede Community ist anders und es handelt sich um Durchschnittswerte.

Posten: Social Media Publishing

Facebook testet mehrsprachige Posts

Für Manager internationaler Seiten gibt es mit mehrsprachigen Postings ein neues interessantes Feature. Hiermit kann ein Post für mehrere Zielgruppen aufgesetzt werden. Sehr elegant: Welche Sprache die User letztendlich zu Gesicht bekommen, ist ist von mehreren Faktoren abhängig. Facebook orientiert sich daran, wo der User geboren ist, wo er wohnt, von wo er sich am meisten anmeldet und welche Sprache er bei Facebook hinterlegt hat. Wenn der Post in dieser Sprache nicht verfügbar ist, bekommt der User den Post in der Standardsprache ausgeliefert. Wie man mehrsprachige Posts für seine Seite aktiviert und schreibt, kann man in dieser Anleitung von Allfacebook nachlesen.

Automatisierte Untertitel für Facebook-Videos

Im Newsfeed automatisch abgespielte Videos bleiben stumm. Deshalb sind auf Facebook Untertitel notwendig, um die Aufmerksamkeit vorbeiscrollender User zu erhalten. Untertitelte Videos erzielen im Schnitt bis zu 12% längere Betrachtungszeiten. In Kürze wird es für englische Seiteninhaber erheblich einfacher, Videos mit Untertiteln zu versehen: Facebook führt ein Tool an, das automatisch Untertitel für englischsprachige Videos erstellt.

Facebook nimmt Clickbait ins Visier

Der Newsfeed Algorithmus wird in Zukunft vermutlich Clickbait-Postings erkennen und ihnen weniger Reichweite gewähren. Facebook hat ein „Feed Quality Panel“ geformt, das sich damit beschäftigt Postings wie Postings erkannt werden können, die User gerne sehen aber dennoch nicht anklicken.

Instagram erlaubt mehrere Accounts

Social Media Manager die zwischen Ihrem privaten und mindestens einem Marken-Account auf Instagram wechseln müssen, können aufatmen: Seit Februar ist das Verwalten mehrerer Benutzerkonten möglich.

Internationales

Mehr japanische User als Facebook: Twitter sagt Konnichiwa

Wer seine Marke in den sozialen Medien Japans stark machen möchte, darf Twitter eine hohe Relevanz beimessen. Denn wie The Next Web berichtet, ist mit 35 aktiven Usern um 10 Millionen aktive User stärker in Japan vertreten als Facebook.

Tim Ebner

Tim Ebner

Tim Ebner ist Online Marketing Berater & Blogger bei social media #facts, Gadgeto & #DigiBuzz & Gastautor bei #DigiBuzz. Spezialgebiete: Analytics & Monitoring, News & Trends, WoM, Krisen & Shitstorms. Folge @Tim_Ebner bei Twitter!

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