Digital Marketing und Online-Lead-Generation: Viel Nachholbedarf im Fachhandel Bauen, Wohnen und Sanieren

Viele Unternehmen konzentrieren sich auf Offline-Werbung, obwohl ihnen sogar bewusst ist, dass ihre Kunden eigentlich nach ihren Produkten und Dienstleistungen zuerst im Internet suchen. Eine Studie von Käuferportal und der HTW Berlin verdeutlicht, wie groß die Aufklärungsarbeit für die Digitalwirtschaft noch ist. Eine aktuelle Teiluntersuchung unter 430 Fachhändlern zeigt auf, dass die Branche „Bauen, Wohnen und Sanieren“ den Sprung ins digitale Zeitalter zwar erkannt hat, jedoch noch sehr viel Hilfe in der Umsetzung benötigt.

Offline-Werbung vs. Online-Kunden

Traditionelle Kanäle überwiegen bei der Entscheidung über den Werbeeinsatz, während Google und Facebook offenbar nur für einen geringen Teil der Unternehmen eine Bedeutung im Marketingmix besitzt. Obwohl eine überwältigende Mehrheit von 87 Prozent ihre Kunden im Internet vermutet, werben Unternehmen immer noch überwiegend offline. Werbung geht häufig am Kunden vorbei, zumal 71 Prozent der Marketing-Maßnahmen in reine Offline-Kampagnen für Print, PR und Messen gesteckt werden. Vor allem Empfehlungsmarketing (67 Prozent) und Printkampagnen (34 Prozent) stehen bei den Unternehmen hoch im Kurs. Viele Unternehmen werben damit nicht nur am Kunden vorbei, sondern verspielen wichtige Umsatzpotenziale im Internet.

Quelle: Käuferportal Marketing-Studie 2014

Quelle: Käuferportal Marketing-Studie 2014

„Unsere Untersuchung zeigt, dass viele Fachhändler mit ihren bisherigen Maßnahmen die Kunden erst erreichen, wenn diese sich bereits informiert haben. Damit werden wichtige Geschäftschancen im Internet vertan. Schnelligkeit und Aktualität sind zwar die großen Vorteile des Internets. Sie stellen die Marketing-Abteilungen vieler Unternehmen aber auch vor große Herausforderungen. Vor allem mittelständischen Unternehmen bieten sich Chancen, die es nun zu nutzen gilt“, erklärt Prof. Dr. Sven Prüser von der HTW Berlin.

Digital Marketing stellt Fachhändler vor große Herausforderungen

Jedoch bemühen sich die Unternehmen, ihre Budgets für Online-Marketing auszurichten. Für das Gesamtjahr 2014 sollen die Gelder zwar nicht aufgestockt, dafür aber umverteilt werden. Während Online-Marketing ein Plus von 43 % verzeichnen kann, verlieren die klassischen Offline-Kanäle Budgets. Gerade diejenigen Firmen, die bereits auf digitale Werbeformen setzen, nutzen vor allem Google Adwords (69 Prozent) und E-Mail-Marketing (44 Prozent). Vor allem die hohe Komplexität (50 Prozent), die fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen (39 Prozent) und mangelnde Expertise (32 Prozent) hindern kleine und mittlere Fachhändler daran, neue Kunden im Internet zu gewinnen.

Immer mehr Fachhändler setzen auf Online-Leads

Die Hälfte der befragten Unternehmen plant noch im Jahr 2014 ein Viertel ihres Marketing-Budgets in Online-Leads zu investieren (25 Prozent). Insgesamt 84 Prozent der Entscheider prognostizieren, dass Lead Generation bis 2016 zu einer der wichtigsten Marketing-Maßnahmen für ihr Unternehmen wird. Als Gründe für Online-Leads als Alternative für bekannte Online-Marketing-Maßnahmen gelten die einfache Neukundenakquise (75 Prozent), der Fokus auf das Kerngeschäft (51 Prozent) und die geringen Kosten (42 Prozent).

Quelle: Käuferportal Marketing-Studie 2014

Quelle: Käuferportal Marketing-Studie 2014

Gerade die Heimwerker schauen ganz pfiffig im Netz nach Angeboten und Informationen, bevor sie etwas kaufen – diese Kunden abzugreifen und auf das hauseigene Shopportal zu leiten wird sich zu einer zentralen Aufgabe für das digitale Marketing beim Fachhandel Bauen, Wohnen und Sanitär entwickeln.

Die Käuferportal-Marketing-Studie 2014 steht als PDF-Dokument kostenlos zum Download bereit

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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