Endlich: AGF schafft einheitlichen Bewegtbild-Standard

Das jahrelange Hin und Her um die Reichweitenmessung von Bewegtbild-Inhalten hat ein Ende gefunden. Endlich haben sich die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), die Werbungtreibenden im Markenverband (OWM) und YouTube für die Standardisierung des wichtigen Marktes geeinigt. Die Berücksichtigung von non-linearen Online-Videos ist ein entscheidender Schritt für die gesamte Branche, meint Gastautor Christoph Seehaus, YouTube Advertising Specialist bei eprofessional.

Online Video- und TV-Kampagnen werden vergleichbar

Christoph Seehaus, YouTube Advertising Specialist bei eprofessional. Quelle: Unternehmen.

Christoph Seehaus, YouTube Advertising Specialist bei eprofessional. Quelle: Unternehmen.

Die Mediennutzung hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und mit ihr auch die Rolle des klassischen Fernsehens, das heute nur noch einen Bildschirm unter vielen darstellt. Beliebt wie nie sind heute vor allem Online-Videos vom Platzhirsch YouTube, die den TV-Konsum nicht nur zur Prime-Time, sondern jederzeit und überall durch mobile Endgeräte ergänzen und teilweise auch schon ersetzen. Dabei kann nicht mehr von einem Hype gesprochen werden. Schon seit über 10 Jahren geht der Trend steil nach oben. Ein erster Meilenstein wurde bereits 2005 gesetzt, als die Wiedergabe von Online-Videos das Abspielen von Audioinhalten überflügelte. Online-Videos kommen dem Wunsch der Nutzer nach einem non-linearen Medienkonsum nach und bieten Flexibilität, Unabhängigkeit und Interaktivität. Kurz gesagt: Die Menschen wollen selber entscheiden, welche Bewegtbild-Inhalte sie wann und wo konsumieren.

Die Entscheidung der AGF, zukünftig Reichweitenangaben unter Berücksichtigung von YouTube und anderen Video-Plattformen auszuweisen, ist ein Schritt, der überfällig ist. Unter Reichweitenaspekten hat sich YouTube in den 10 Jahren seit der Gründung 2005 zu einem Schwergewicht entwickelt. YouTube kann, gemessen an der Bruttoreichweite, schon länger mit klassischen TV-Sendern konkurrieren, die Plattform lag bereits 2012 im direkten Vergleich vor ProSieben, VOX, RTL II und Kabel 1.* Die Video-Plattform bietet des Weiteren über seine vielfältigen Videoinhalte eine riesige Zielgruppen-Palette und ein einmaliges Potenzial für verknüpfte Konzepte. Grund genug also, um YouTube bei Bewegtbild-Kampagnen stärker zu berücksichtigen.

Hier entstehen für alle Beteiligten Vorteile. Werbetreibende erhalten transparente und vergleichbare Kennzahlen für beide Medien, die im Hinblick auf ihre Zielstellungen eine effizientere Budgetallokation erlauben. Sie werden damit in die Lage versetzt, neue medien- und geräteübergreifende Konzepte umzusetzen und YouTube harmonisch in ihren Online Marketing- und Kommunikations-Mix zu integrieren. Gleichermaßen profitieren auch die YouTuber von der Standardisierung. Ihre Inhalte haben nicht nur an Quantität gewonnen, sondern auch im Hinblick auf die Qualität der Produktion und der Aufbereitung des Contents. Hier kann sich TV sogar noch etwas abschauen, denn prominente YouTuber wie ApeCrime, PietSmiet oder Y-Titty haben für die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen mit ihren Videos nicht nur regelmäßig größere Reichweiten als Fernsehformate, sondern erfreuen sich auch eines stetig wachsenden Stammpublikums. Sie können durch die Standardisierung ihre Assets besser vermarkten.

Der einheitliche Bewegtbild-Standard, wie ihn die AGF nun einführen will, legt hoffentlich den Grundstein für Transparenz und Vergleichbarkeit bei der crossmedialen Kampagnen-Planung.

Christoph Seehaus

Christoph Seehaus

Christoph Seehaus ist YouTube Advertising Specialist bei der Performance-Marketing-Agentur eprofessional GmbH. Er berät und steuert in seiner täglichen Arbeit bekannte Marken wie Kabel Deutschland, Douglas und Tchibo. Der ausgebildete Kaufmann für Marketingkommunikation und studierte Betriebswirt arbeitet seit 2010 bei der Hamburger Agentur.

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