FinTech-Unternehmen gelten bei deutschen Internetnutzern als Alternative zur Hausbank

Die Zeiten ändern sich rasant durch die Digitale Evolution in unserer Gesellschaft und aufgrund der Digitalen Transformation in Unternehmen und ganzen Wirtschaftsbranchen. Früher sprach man über Geld nicht, doch heute brechen diese alten Dämme in den Köpfen der Bevölkerung. Laut einer aktuellen Umfrage des BITKOM würde jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland (22 Prozent) und damit rund 12 Millionen Bundesbürger auf Finanzdienstleister im Web setzen. Digitale Währungen, E-Commerce, Mobile-Payment, Crowdlending und Crowdinvesting machen dies nicht nur in der Theorie möglich, sondern verdeutlichen fast spielerisch das Potenzial dieser digitalen Anwendungsbereiche.

FinTech als disruptive Technologie

Die Umfrage bestätigt, dass Verbraucher weniger auf ihre Hausbank zurückgreifen wollen würden und für unterschiedliche Bankgeschäfte und Online-Banking auf alternative Anbieter aus der FinTech-Branche setzen. Die FinTech-Startups wie Auxmoney, Coinbau, Fidor Bank, Smava und Yacuna , im Grunde genommen innovative Technologieunternehmen aller Coleur, agieren nicht nur als neue Marktakteure im klassischen Finanzwesen, sondern überzeugen als Markttreiber ihre Kunden durch teils einfache, unkomplizierte und oft individuell maßgeschneiderte Lösungen.

Steffen von Blumröder vom BITKOM spricht FinTech ein großes Potenzial zu. Quelle: BITKOM

Steffen von Blumröder vom BITKOM spricht FinTech ein großes Potenzial zu. Quelle: BITKOM

„Eine wachsende Zahl von Internet-Unternehmen drängt in das Kerngeschäft klassischer Banken. FinTechs bieten häufig intuitivere Anwendungen, um Bankgeschäfte zu erledigen“, bestätigt Steffen von Blumröder vom BITKOM.

Unter den deutschen Verbrauchern kann sich jeder siebte Internetnutzer (14 Prozent) vorstellen, beispielsweise einen Kredit über einen FinTech-Anbieter aufzunehmen. Bereits 11 Prozent würden sich anstelle durch die Hausbank von alternativen Anbietern über die persönlichen Finanzen beraten lassen. Weitere 7 Prozent würden sogar Teile ihres Privatvermögens von Internetdienstleistern verwalten lassen. Über solche digitalen Vermögensverwalter können Kontotransaktionen zwischen Privatpersonen direkt über mobile Endgeräte und die meist kostenfrei erhältlichen Bezahl- und Transaktions Apps auf dem Smartphone abgewickelt werden. Die potenziell disruptive Technologie von FinTech-Startups können die bestehende Dienstleistungen am Finanzmarkt nahezu vollständig ersetzen. Dies stellt keine Gefahr für die etablierten Platzhirsche dar, sondern muss als Chance für mehr Wettbewerbsfreiheit verstanden werden. Zwar sieht die Mehrheit der Internetnutzer (64 Prozent) sich nicht in der Lage auf traditionelle Banken zu verzichten. Dennoch dürfen sich die Banken nicht zurücklehnen.

FinTech-Regulierung in Deutschland und Europa

Das leidige Problem des deutschen Finanzmarkt liegt in seiner Wertestruktur, die noch immer auf traditionelle Grundfeste baut. Während in Deutschland also noch eine naturgemäße Zurückhaltung zu spüren ist, hilft der Blick ins europäische Nachbarland Großbritannien oder in die Schweiz. Gerade an den traditionellen Bankenstandorten London und Zürich siedeln sich verschiedene FinTech-Startups an, die in diversen FinTech-Geschäftsbereichen aktiv sind.

Der Standortvorteil von London liegt in der dort bereits aktiv vorangegtriebenen Regulierung der Märkte, mit der sich der internationale Finanzmarkt in genau diesem einem richtigen und wichtigen Umbruch befindet. Die britische Finanzaufsicht konnte vor einigen Jahren den Payment-Markt durch die Zertifizierung von E-Geld-Instituten verändern und hat damit den Grundstein für die gesamteuropäische Zulassung der E-Geld-Lizenzen gelegt. Damit Europa und insbesondere Deutschland im globalen Wettbewerb auf den Finanzmärkten profitieren, muss ein positiver Durchbruch erfolgen und Akzeptanz für digitale Währungen wie Bitcoin, Litecoin oder Dogecoin sowie in Ripple oder Stellar, für die unkomplizierte Kreditvergabe durch Crowdlending, für Mobile Payment Anbieter, Big-Data-Provider oder sogar Direktbanken geschaffen werden.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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1 Reaktion

  1. 28. Mai 2015

    […] sich Deutschland erst auf dem Weg in das Digitale Zeitalter befindet, sieht sich Italien bei der Digitalisierung bereits weit vorne. Die Finanzindustrie in […]

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