Jobmotor Digitale Wirtschaft: Bald arbeiten 1 Million Menschen in der Branche?

Eine großartige Zahlenschlacht: In der ITK-Branche sind offenbar so viele Menschen beschäftigt wie nie zuvor. Die Unternehmen bieten im laufenden Jahr nach aktuellen Berechnungen des BITKOM voraussichtlich 953.000 Menschen Arbeit, was rund 10.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen als noch Ende 2013 entspricht. Innerhalb von fünf Jahren haben die IT-Unternehmen fast 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, vor allem in den Bereichen Software und IT-Dienstleistungen.

BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf / Quelle: BITKOM

BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf / Quelle: BITKOM

„Die IT-Branche ist damit der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, knapp hinter dem Maschinenbau, aber deutlich vor anderen Branchen wie etwa der Elektronik- oder der Automobilindustrie. Dabei geht die Bedeutung von IT für die deutsche Wirtschaft längst über die Branche selbst hinaus. Digitalisierung ist der entscheidende Innovationstreiber für alle Sektoren“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Dabei stellen die mittelständischen Unternehmen der digitalen Wirtschaft mit 372.745 Beschäftigten jeden zweiten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz in der Branche. Die meisten dieser digitalen Mittelständler finden sich in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Als Vergleich dazu sprach der BVDW vor rund einem Jahr von knapp 400.000 prognostizierten Beschäftigten – sehr wohl mit Geltungsbereich für die gesamte Digitale Wirtschaft.

Die Wachstumsraten des BITKOM sprechen generell für die Relevanz der Digitalen Wirtschaft. Was sie jedoch nicht direkt verraten, findet sich in der thematischen, inhaltlichen und strukturellen Zuordnung der verschiedenen Unternehmen zum übergreifenden Habitus der gesamten Digitalisierung. Die Intensität der Digitalen Transformation wird nicht abgebildet. Zudem bleiben einzelne Wirtschaftszweige mit wenig direktem Bezug zur ITK-Branche der Statistik fern. Die Hire-and-Fire-Mentalität als Fluktuationsrate der Mitarbeiter in den Unternehmen sowie ihre zeitliche Zugehörigkeit zu den Betrieben fehlt. Die Bedeutung von Startups zeigt sich nur gering. Der Begriff von der Industrie spiegelt nicht die Bandbreite der Dienstleister, Freelancer und Agenturen widr, sondern erweckt den Eindruck, als wenn nur IT-Systemhäuser zur erfassten Branche zählen würden. Wie soll eigentlich die Abgrenzung zu der digitalen Welt im Mediensektor und in der Kreativszene erfolgen? Oder gar die Integration fur ein umfassendes Bild?

Kurzum: Die Digitale Wirtschaft erscheint groß, braucht jedoch für ein einheitliches Verstandnis mehr Tiefe in den Zahlen und eine echte arbeitsmarktrelevante Empirie zu Gehältern, der Beschäftigtensituation, Branchensegmenten und Ausbildungswegen, um die Bedeutung der digitalen Wirtschaft als Jobmotor zu untermauern.

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Der Mittelstandsatlas des BITKOM

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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