BIU-Studie: Mit Musik und digitalen Spielen auf eine entspannte Urlaubsfahrt mit Kindern

Deutschland packt die Urlaubszeit. Wenn die Schulferien zum alljährlichen Aufbruch locken, stehen reihenweise die Urlauber auf den Autobahnen in der Stau-Schlange. Für Familien mit Kindern eine kleine Herausforderung, wenn die Fahrt extra lange andauert. Laut einer Umfrage des BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware unter 723 Müttern von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren lässt sich der Nachwuchs wunderbar mit Musik und digitalen Spielen während der Fahrt unterhalten.

Bekanntermaßen können Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren sehr intuitiv mit digitalen und mobilen Endgeräten umgehen. Lange Urlaubsfahrten dienen somit dem leidgeprüften Zeitvertreib gegen die Langeweile, so dass Eltern und ihre Kinder mit der Zeit gehen. Früher dominierten analoge Momentaufnahmen in Form von Büchern oder Spielen. Heute hört fast jedes zweite Kind (47 Prozent) in dieser Altersgruppe auf dem Weg in den Urlaub sehr gerne Musik. An sich noch nichts dramatisches, schließlich hat das Autoradio oder der CD-Player seit Jahrzehnten seinen festen Platz für eine möglichst abwechslungsreiche Unterhaltung.

Jedoch zeigt die BIU-Studie, dass bereits vier von zehn Kindern (42 Prozent) sehr gerne ihre Zeit mit digitalen Spielen verbringen, gefolgt von Hörbüchern (31 Prozent), Brett- und Kartenspielen sowie Büchern (28 Prozent) – wobei im letzten Fall aus der Befragung des BIU nicht ersichtlich ist, ob digitale Inhalte auf Tablets oder gedruckte Werke gemeint sind.

Einen Unterschied bei der Verteilung auf die Geschlechter lässt sich schon erahnen: Während 54 Prozent Mädchen und nur 41 Prozent der Jungs eher zur Musik über Smartphone, Tablet oder MP3-Player tendieren, wollen 51 Prozent der Jungs vor allem digitale Spiele nutzen. Dies wiederum bevorzugt nur jedes dritte Mädchen (33 Prozent).

Quelle: BIU / Icons Kids & Youth

Quelle: BIU / Icons Kids & Youth

Nur wenig überraschend wirkt dazu die Aussage von Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU: „Digitale Spiele sind die ideale Ablenkung für Kinder auf längeren Reisen: Sie haben hierbei nicht nur Spaß, sondern können, je nach Spiel, auch noch etwas lernen oder mit den anderen Familienmitgliedern gemeinsam spielen, trotz des häufig nur geringen Platzes.“

Was früher ein gutes Buch war, soll heute der Zocker-Faktor sein, von dem Medienpädagogen, Wissenschaftler und Politiker reihenweise Abstand nehmen? Sind digitale Spiele wirklich eine „ideale Ablenkung für Kinder“? Im Grunde genommen liest sich die Aussage wie eine Scheinwahrheit, deren sich potenziell entfaltende Wirkung immer gesondert betrachtet werden sollte. Selbstverständlich entspricht es der Vorstellung der Spieleindustrie, ihre Kernprodukte zu loben, aber selbst bei solchen Aussagen sollte eine gewisse Ratio trotz aller wirtschaftlichen Potenziale für die Spiele- und App-Anbieter überwiegen. Immerhin lautet die Empfehlung nicht, dass Eltern ihren Kindern sofort Spielekonsolen, Smartphones und Tablets in die Hand drücken sollen, sobald der Motor startet.

Im gleichen Atemzug rät der BIU dazu, dass Eltern bereits vor dem Urlaubsantritt verschiedene Spiele zusammen mit den Kindern ausprobieren sollten. Der genaue Blick auf das Spieleangebot hilft, die Kinder einerseits für die monetäre Zusatzbelastung für das Taschengeld durch InApp-Käufe hinzuweisen. Andererseits kann gemeinsam überprüft werden, ob die gewünschten Spieletitel altersgerecht sind. Doch selbst bei jeder Fahrt in den Urlaub gibt es immer wieder Alternativen, wie sich Kinder die Zeit vertreiben können. Eltern müssen dies nur wollen und durchsetzen.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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