Mobile-Dating: Wachstumspotenzial für den unverbindlichen Spaß am Flirten

Das Mediennutzungsverhalten der Deutschen verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung Mobile Internet. Vor allem beim Online-Dating hat sich aufgrund der Verfügbarkeit zahlreicher Dating-Apps eine durchaus starke mobile Nutzung ausgeprägt, wie eine aktuelle Studie von Neu.de und d.core bestätigt. Im Rahmen der Untersuchung wurden 2.017 alleinstehende Internetnutzer im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt. Für fast drei Viertel der Singles (72 Prozent) hat sich dabei ihr Dating-Verhalten durch die Nutzung eines Smartphones verändert.

Laut der Untersuchung wächst die Mobile Nutzung im Vergleich zum Vorjahr beim digitalen Flirten um 193 Prozent, während die Nutzung von vergleichbaren Desktop-Angeboten um 21 Prozent zurückgegangen ist. Die gleichzeitige Nutzung von Singlebörsen per Smartphone und Desktop hat sich sogar verdoppelt, denn knapp die Hälfte der Singles, die über das Smartphone ins Internet gehen, nutzen immerhin noch klassische Singlebörsen und Dating-Seiten im Netz (49 Prozent).

Joachim Rabe, Geschäftsführer. Quelle: Neu.de

Joachim Rabe, Geschäftsführer. Quelle: Neu.de

„Die Entwicklung des Mobile-Dating ging für viele Anbieter schneller als gedacht. Entsprechend groß ist die Herausforderung, sich auf die Veränderungen einzustellen. Das wird nicht jedem gelingen, wodurch die Karten im Markt neu gemischt werden“, sagt Joachim Rabe, Geschäftsführer von Neu.de.

Im Gegensatz zur klassischen Nutzung über den Browser wird Mobile Dating insgesamt als unverbindliche Unterhaltung wahrgenommen. Das Flirten findet somit wieder zurück zu der ursprünglichen Bedeutung des Wortes – eine Leichtigkeit der Nutzung gepaart mit sehr viel Oberflächlichkeit. So durchforsten sieben von zehn europäischen Singles (70 Prozent) gezielt nach Informationen über ihr potenzielles Date im Internet und in sozialen Netzwerken. Für fast die Hälfte aller befragten Nutzer (47 Prozent) macht das Smartphone das Beziehungsende sogar viel einfacher. 42 Prozent der befragten Singles finden beim Smartphone-Flirt leichter eine Ausrede, um ein schlechtes Date frühzeitig abzubrechen. Vier von zehn der befragten Singles (40 Prozent) geben zumindest an, durch Mobile-Dating mehr Dates als beim Dating am Computer zu bekommen.

Bis zu 28 Prozent der Nutzer kommunizieren öfter mit Leuten, mit denen sie gerne ein Date haben würden. Als wahrlich prädestiniert für das Flirten eignet sich offenbar der Arbeitsplatz: Jeder Fünfte flirtet laut der Studie während der Arbeitszeit online. Nur sechs Prozent der Befragten setzen dafür direkt ihren Arbeits-PC ein, während die restlichen nebenbei ihr Smartphone einsetzen.

Quelle: Neu.de Mobile Dating Studie 2014

Quelle: Neu.de Mobile Dating Studie 2014

Der Grund ist leicht ersichtlich, denn über die privaten Endgeräte im Mobile Internet können in der Regel weder neugierige Kollegen noch der Systemadministrator des Arbeitgebers den privaten Flirt mitverfolgen. Erwischen lassen sollten sich die Singles dabei jedoch nicht, denn sollten die Dating-Portale während der regulären Arbeitszeit aus privatem Interesse angesurft werden, könnte schnell eine Abmahnung fällig werden. Daher eignen sich Pausenzeiten vornehmlich dazu, nicht mit den Kollegen Erholung beim Essen zu suchen, sondern den digitalen Trieben zu frönen.

Der Faktor Zeit spielt beim digitalen Flirt eine gewichtige Rolle, denn wer nicht auf Zack ist, hat später das Nachsehen. Fast jeder befragte Single (96 Prozent) erwartet, dass ihre Flirtpartner sich innerhalb von 24 Stunden oder früher bei ihnen zurückmelden. Die Schnelllebigkeit des Internets wird dabei für den schönsten Flirt zum Bummerang, denn mehr als 60 Prozent der mobilen Dater fordert die Rückmeldung ihrer Dating- und Flirtpartner innerhalb von drei Stunden. Ein Drittel der Singles lässt dafür nur Stunde verstreichen, bevor es für eine Beziehung zu spät ist.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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