Mobile Payment in Deutschland: Schlechte Erfahrungen am Point Of Sale führen zur Ablehnung durch die Kunden

Mobile Payment entwickelt sich durch die massenhafte Verbreitung von Smartphonese und Tablets zu einem Alltagsthema in Deutschland. Vor allem durch Ankündigungen wie Apple Pay erfährt der Payment-Markt im Mobile Segment einen angenehmen Aufwind. Welche M-Payment-Lösungen ein Zukunftspotenzial in puncto Sicherheit haben, zeigt eine Untersuchung von How2Pay und Mücke, Sturm & Company auf, bei der 17 Anbieter von M-Payment-Services über einen Zeitraum von drei Monaten unter die Lupe genommen wurden. Wie nehmen die Kunden jedoch Mobile Payment wahr?

Martin Meinert, Project Manager bei Mücke, Sturm & Company / Ralf Ockenfelds, Geschäftsführer Produktentwicklung, How2Pay (v.l.n.r.) Quelle: Unternehmen

Martin Meinert, Project Manager bei Mücke, Sturm & Company / Ralf Ockenfelds, Geschäftsführer Produktentwicklung, How2Pay (v.l.n.r.) Quelle: Unternehmen

Martin Meinert, Project Manager bei Mücke, Sturm & Company. Quelle: Unternehmen.[/caption] Der erste Eindruck eines solchen Produktes, das stark von der gesellschaftlichen Wertevorstellung abhängt, ist vor allem bei der Markteinführung neuer Produkte entscheidend. Hinzu kommt die breite Aufklärung der Bevölkerung, die meist nur mit einem intensiven Werbe- und Marketingbudget umgesetzt werden kann, sowie die Schulung der Mitarbeiter am Point of Sale. Gerade diejenigen hinter den Kassensystemen sind noch nicht über die neuen Bezahlmethoden informiert.

„Die schlechten Erfahrungen des Kunden am Point Of Sale führen zu einer Ablehnung der mobilen Bezahlverfahren und erschweren so die Marktdurchdringung von Mobile Payment“, macht Martin Meinert, Project Manager bei Mücke, Sturm & Company deutlich. Damit die Verbraucher die neuen Bezahlverfahren akzeptieren, sollten die digitalen Anbieter diese leicht lösbaren Probleme schnell in den Griff bekommen, um den Einkaufsbummel mit dem Smartphone zu einem echten digitalen Einkaufserlebnis zu machen.

„Für den Kunden muss der Zusatznutzen von M-Payment-Lösungen klar ersichtlich sein und der Einsatz muss einfach und reibungslos funktionieren – nur dann werden sie akzeptiert“, ergänzt Ralf Ockenfelds, Geschäftsführer Produktentwicklung bei How2Pay, als weitere Erkenntnis der Studie.

Eine weitere Herausforderung liegt in den teils langen Wartezeiten beim Bezahlvorgang, denn viele Payment-Apps benötigen während des Kaufvorgangs eine stabile Datenverbindung über das Mobilfunknetz oder WLAN. Sobald Kunden die Bezahlprozesse aufgrund schlechter Empfangsqualität nicht initiieren können, werden sie den Kauf mit klassischen Fiat-Währungen in bar oder per Kartenzahlung begleichen.

Mobile Payment: Die Sieger in der Kategorie Sicherheit.

Mobile Payment: Die Sieger in der Kategorie Sicherheit.

Trotz dieser schwierigen Ausgangslage besetzen Vodafone Wallet, mPass und Veropay in den Kategorien Sicherheit und Usability die ersten Plätze der Mobile Payment Benchmarking Studie. Dafür wurden keine Nutzerbefragungen durchgeführt, sondern eine rein faktische Analyse der jeweiligen Anbieter zu Grunde gelegt. Die Hauptgründe für die Auszeichnung im Bereich der Sicherheit finden sich durch das Authentifizierungsverfahren und im Schutz vor Missbrauch bei Verlust begründet. Bei der Usability fielen Einfachheit und Geschwindigkeit der einzelnen Prozesse ins Gewicht.

Mobile Payment: Die Sieger in der Kategorie Usability.

Mobile Payment: Die Sieger in der Kategorie Usability.

Für die Untersuchung wurden 17 Mobile-Payment-Anbieter in den fünf Dimensionen Usability, Mehrwertservices, Pricing, Sicherheit und Verbreitungspotential nach insgesamt 60 Kriterien bewertet. Die untersuchten Anbieter waren: Cashcloud, Edeka, Go4Q, Kesh, mPass (O2, Vodafone), MyTaxi App, Netto, Open Tabs, Paij, Paycash, PayPal QR-Shopping, PaySmart, qooqo, Sqwallet (mr. Net group), Veropay, Vodafone Wallet, Yapital.

Wer sich als Anbieter am M-Payment-Markt mit einer erlebbaren und kundenfreundlichen Lösung durchsetzen kann, wird sich an einem Nutzerzuwachs erfreuen können. Die Aspekte Sicherheit und Vertrauen spielen bei deutschen Nutzern eine große Rolle, die wiederum traditionell auch für die gesamte Finanzbranche und das aufstrebende Startup-Segment der FinTech-Unternehmen sprechen.

Mobile Payment kann massenmarktfähig werden, denn die Endgeräte sind unter den Verbrauchern weit verbreitet. Alternative Bezahlmethoden und -modelle über digitale Währungen wie Bitcoin & Co. befinden sich im Aufwind und kommen für viele kleine Einzelhändler als digitale Opportunität in Frage. Wohin sich der Markt entwickeln wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Eine Marktkonsolidierung, bei der einige große und viele kleine Anbieter das Rennen machen werden, wird stattfinden. Viele Startups und Geschäftsideen werden definitiv bei diesem gesellschaftlich-wirtschaftlichen Selektionsprozess auf der Strecke bleiben – mit anderen Worten: Es erfolgt eine ganz natürliche Auslese in der Digitalen Wirtschaft.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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