Mobile SEO Guide: Step by Step zu guten Google-Rankings

Der 21. April 2015 markiert für Webseitenbetreiber einen Wendepunkt: Digitalisierung beinhaltet auch grundlegende Veränderungsprozesse von altgelernten Logiken, denn ab diesem Zeitpunkt sollte jede Website für mobile Endgeräte optimiert sein. Wer dieses Datum verschläft, wird über kurz oder lang beim Ranking abgestraft. Für die Leser von #DigiBuzz liefert Eva Wagner aus dem Online Marketing Team von Onpage.org die wichtigsten Tipps, wie Seitenbetreiber sich für eine mobile Zukunft fit machen können. Die Zeit tickt und schnelles, aber sinnvolles und zielgerichtetes Handeln ist angesagt.

Warum Mobile SEO wichtig ist

Eva Wagner, Online Marketing, OnPage.org. Quelle: Unternehmen.

Eva Wagner, Online Marketing, OnPage.org. Quelle: Unternehmen.

Das Internet ist heute fester Bestandteil unseres Lebensalltags. Wir suchen nach Informationen, kaufen Produkte oder halten Kontakt mit Freunden. Man könnte behaupten, dass sich seit Beginn des World Wide Web kaum etwas an den Nutzungsintentionen geändert habe. Weitaus wichtiger ist jedoch, dass für die Internetnutzung heute nicht mehr ausschließlich der Desktop verwendet wird, sondern vielfach das Smartphone oder Tablet. Webmaster sollten sich folglich dringend damit auseinanderzusetzen, wie die eigene Website für mobile Endgeräte optimiert werden kann.

Websites werden weder für Google noch für andere Suchmaschinen optimiert, sondern für User. Auch wenn Mobile Friendliness ab dem 21. April 2015 ein Rankingfaktor für Google sein wird, geht es in erster Linie darum, mit einer für mobile Endgeräte optimierten Website auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen. Denn schon heute verwendet ein Großteil der User das Smartphone oder das Tablet, um ins Internet zu gehen. Webmaster und SEOs müssen deshalb bei der Optimierung ihrer Websites für mobile Endgeräte folgende Aspekte beachten:

  • Smartphones und Tablets bieten weniger Platz auf dem Bildschirm
  • mobile Endgeräte werden über Touchscreens bedient
  • wer unterwegs surft, verfügt oft über weniger Bandbreite
  • wer mit dem Smartphone surft, möchte weniger scrollen

Doch neben einer Top-Usability sind es die Platzierungen in den SERPs, die für den Traffic sorgen werden. Folglich sollte Mobile SEO auch bessere Rankings bringen. Die fünf folgenden Schritte helfen dabei, die eigene Website für gute Rankings in der mobilen Suche fit zu machen.

Step 1: Responsive Design, Dynamic Serving oder separate URLs

Damit eine Website auch in der mobilen Suche für gute Positionen sorgt, muss sie überhaupt für mobile Endgeräte ausgerichtet sein. Es gilt also, sich zunächst für eine Variante zu entscheiden, wie eine Website für mobile Endgeräte ausgerichtet wird.
Es stehen drei verschiedene Modelle zur Auswahl:

  1. Responsive Webdesign: In diesem Fall wird eine URL für alle Endgeräte verwendet. Vom Server wird der gleiche HTML-Code bei einer Anfrage durch den Browser gesendet. Über CSS wird das Rendering der Seite an das Endgerät bzw. den Bildschirm des Ausgabegeräts angepasst.
  2. Dynamic Serving: Hier wird zwar auch die gleiche URL für alle Endgeräte ausgegeben. Allerdings liefert der Server auf den User-Agent zugeschnittenen HTML- und CSS-Code aus.
  3. mobile-optimierte Subdomain: Diese Umsetzung sieht eine separate URL für die mobile optimierte Seite vor. Üblicherweise entspricht eine mobile URL genau einer URL der Desktop-Version. Dabei werden jedoch unterschiedliche HTML-Codes ausgegeben. Google selbst empfiehlt Responsive Webdesign als Lösung für Mobile SEO. Es bietet gegenüber den beiden anderen Optionen folgende Vorteile:
    • geringerer Pflegeaufwand
    • eine URL für alle Geräte
    • sehr flexibel, da die Website grundsätzlich für viele verschiedene Ausgabegeräte geeignet ist

Step 2: Google zeigen, dass meine Seite mobile friendly ist

Der Googlebot kann erkennen, ob eine Website für mobile Endgeräte ausgerichtet ist. Die Verwendung der folgenden Möglichkeiten hängt davon ab, für welche mobile Websiteversion sich Webmaster und SEOs entscheiden.

Art der Ausrichtung Indikator für den Googlebot Umsetzung
Responsive Webdesign viewport-Metatag Durch das Einfügen des Metatags werden die Pixel der Website unabhängig vom Ausgabegerät dargestellt. Auf diese Weise passt sich die Anzeige der Website exakt an den Bildschirm des Tables oder des Smartphones an. Mit den Parametern initial-scale und width lässt sich der Tag noch variieren.
Dynamic Serving Vary Header Mit Hilfe des Vary Headers kann verhindert werden, dass die Desktop-Version einer Website auf dem Smartphone angezeigt wird. Dies kann passieren, wenn z.B. der Server-Cache zur Anzeige im mobile Browser verwendet wird.

Im http-Header wird dann folgendes eingefügt:
Content-Type: text/html
Vary: User-Agent

eigenständige mobile Website rel=alternate Wird eine mobile URL verwendet, muss im Quelltext auf allen Webseiten das Tag rel=alternate eingefügt werden. Damit wird dem Googlebot gezeigt, dass es eine identische Seite für mobile Endgeräte gibt. Wichtig ist, dass rel=alternate auf allen Seiten hinzugefügt wird.

Beispiel: Auf einer Desktop-Unterseite kann das Tag so aussehen.

<link rel=“alternate“ media=“only screen and (max-width: 640px)“
href=http://m.meineseite.de >
Mit Hilfe des Zusatzes “media” wird bestimmt, wann der Browser die mobile Website aufrufen soll.

Um Duplicate Content zu vermeiden, sollte außerdem auf jeder mobilen Seite ein canonical-Tag eingefügt werden, das auf die Desktop-Version verweist.
Beispiel:
<link rel=“canonical“ href=“http://meineseite.de“ >

Step 3: Webmastertools verwenden und mobile Konfiguration testen

Nachdem die Website nun für mobile Endgeräte optimiert ist, sollte sichergestellt werden, dass alle wichtigen Ressourcen wie JavaScript, Bilder oder CSS auch vom Googlebot gecrawlt werden können. Denn seit 2014 kann Google Websites auch rendern und so prüfen, ob alle Inhalte für Nutzer dargestellt werden.

Durch das Hinterlegen einer robots.txt-Datei wird dem Googlebot zudem übermittelt, welche Bereiche gecrawlt werden dürfen. Um zu überprüfen, ob es Crawling-Probleme gibt, können die Webmastertools von Google verwendet werden. Nach der Anmeldung der Website gibt das Tool ausführlich Auskunft über Fehler beim Crawling und zeigt, ob Server-und DNS-Verbindung bestehen. Ebenso kann die Funktion „Abruf wie durch Google“ dabei helfen, Darstellungsprobleme aufzudecken.

Teilansicht des Dashboards der Google Webmastertools

Teilansicht des Dashboards der Google Webmastertools

Abruf wie durch Google

Abruf wie durch Google

Neben diesen technischen Daten kann die Mobilfreundlichkeit der betreffenden Website ebenfalls mit Hilfe der Webmastertools überprüft werden. Google hilft hier Webmastern mit Hinweisen zu einzelnen Bereichen der Seite weiter. In diesem Beispiel zeigt das Tool, dass vier Bereiche nicht für mobile Geräte optimiert sind bzw. Fehler aufweisen.

Google unterstützt mit Hinweisen zu einzelnen Bereichen.

Google unterstützt mit Hinweisen zu einzelnen Bereichen.

  • Ist der Darstellungsbereich nicht konfiguriert, muss der viewport-Metatag angepasst werden.
  • Bei kleinen Schriftgrößen müssen ebenfalls Anpassungen erfolgen. Denn bei zu kleiner Schrift müssen Mobile-Nutzer zu lange zoomen, um etwas lesen zu können. Google empfiehlt hier eine Ausgangsschriftgröße von 16 Pixeln. Die weiteren Schriftgrößen sollten dann relativ zu dieser Basis verwendet werden. Außerdem ist es empfehlenswert, den Zeilenabstand auf 1,2 em zu setzen. Darüber hinaus sollten Webmaster die Anzahl verschiedener Schrifttypen verringern, um ein einheitliches Erscheinungsbild auf dem Smartphone-Display zu erzielen. Das wiederum erleichtert das Lesen.
  • Liegen die Touchelemente zu dicht beieinander, erschwert das die Bedienung der mobilen Website. Empfehlenswert ist hier eine Größe von mindestens 32 Pixeln. Google empfiehlt sogar 48 Pixel.
  • Wird Flash auf der Website verwendet, können diese Inhalte nicht auf allen mobilen Endgeräten gezeigt werden, da viele mobile Browser Flash nicht unterstützen. Stattdessen sollten Webmaster versuchen, CSS oder JavaScript als Alternativen zu verwenden.

Im obigen Beispiel nicht erwähnt ist auch folgendes Problem:

  • Wenn der Inhalt nicht an den Viewport angepasst ist, müssen User horizontal scrollen, um alles lesen und sehen zu können. Abhilfe schafft hier, relative Werte für Größenangaben von Bildern oder Flächen anzugeben.

Wichtige Anmerkung zu Googles Webmastertools: Da die Daten der Webmastertools nicht tagesaktuell sind, empfiehlt es sich, die einzelnen Aspekte auch im Tool noch einmal mit der Live-Ansicht zu vergleichen.

Step 4: Inhalte für mobile Nutzung optimieren

Wer mit dem Smartphone auf eine Website zugreift, möchte Inhalte schnell erfassen und leicht navigieren können. Deshalb ergeben sich beim Webdesign wichtige Entscheidungen hinsichtlich der Verwendung von Buttons oder anderen Schaltflächen. Auch Formulare müssen für die Verwendung durch mobile Endgeräte optimiert sein.
Hier ist es wichtig, dass Webdesigner, Programmierer und SEOs gemeinsam an der optimalen Lösung arbeiten.

Denn indirekt wirkt sich ein übersichtliches Design einer mobile-optimierten Website auch auf das Ranking der Seite im mobilen Index aus. Denn je einfacher die User damit umgehen können und je länger sie auf der Seite verweilen, desto bessere Signale erhält Google, dass die Inhalte relevant und hochwertig sind und desto wahrscheinlicher ist ein besseres Ranking.

Bei Text und Bildern sind es vor allem die Größen, welche Probleme verursachen können. Bilder sollten am besten verlustfrei komprimiert werden, um Bandbreite und somit Ladezeit zu sparen. Was die Größen angeht, sollten Texte und Bilder in relativen Größen angebeben werden, damit sich diese ohne Verlust an die vorhandenen Displays der Ausgabegeräte anpassen können.

Step 5: Monitoring

Suchmaschinenoptimierung ist ebenso wie die Verbesserung der Usability ein kontinuierlicher Prozess. Um dauerhaft gute Rankings auch bei der mobilen Suche zu erhalten, gilt es, alle KPIs der Website stets im Auge zu behalten. Hierzu gehören u.a. die Verweildauer, die Ladezeit, die Absprungraten, die CTR sowie bei Webshops auch die Conversions.

Gibt es plötzliche Veränderungen oder sinkt ein zuvor guter Wert kontinuierlich, können Anpassungen im Design oder bei der Technik für Abhilfe sorgen.
Es bietet sich an, für die regelmäßige Kontrolle das kostenlose Tool Google Analytics zu verwenden.

Website-Rankings lassen sich darüber hinaus bis zu einem gewissen Umfang mit den Webmaster Tools von Google prüfen. Werden beide Tools miteinander verknüpft, lassen sich die Analysemöglichkeiten nochmals steigern.

Zum Monitoring gehört auch das Prüfen von Crawling-Fehlern. Hier liefern die Webmastertools zuverlässige Daten. Die Fehler beim Crawlen können dort spezifisch für Smartphones angezeigt werden.

Mit Hilfe der Tools kann schnell ermittelt werden, ob Webseiten für Smartphones nicht erreichbar oder blockiert sind. Auch klassische 404-Seiten können damit gefunden werden.

Mit Hilfe der Tools kann schnell ermittelt werden, ob Webseiten für Smartphones nicht erreichbar oder blockiert sind. Auch klassische 404-Seiten können damit gefunden werden.

Fazit: Alles hat sich geändert – alles bleibt gleich

Wer bessere Rankings in der mobilen Suche erzielen möchte, muss zunächst die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Google seine Website überhaupt als mobile friendly interpretiert. Sind dann auch alle Inhalte für die Darstellung auf mobilen Endgeräten ausgerichtet, hat dies sicherlich Auswirkungen auf die Rankings. Allerdings sollten Webmaster wie SEOs trotz aller Bemühungen im Mobile SEO den wichtigsten Grundsatz der Suchmaschinenoptimierung nicht vergessen: Websites werden für User und nicht für Suchmaschinen gemacht. Ohne relevante, interessante und hochwertige Inhalte wird auch die bestmöglich optimierte Website nicht lange in den Top-Positionen der SERPs bestehen.

Eva Wagner

Eva Wagner

Eva Wagner ist Superhero im Online Marketing Team von Onpage.org, dem Softwareanbieter von innovativen Tools für bessere Webseiten. Nach Ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz arbeitete Sie bereits zwei Jahre im Online Marketing bei getmobile.

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1 Reaktion

  1. Melanie sagt:

    Perfekte Zusammenfassung – ich sage Danke für diesen tollen Artikel.

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