Online-Shopping: Deutsche kaufen immer öfter über die Landesgrenze hinweg

Daniela Zimmer, Programmleiterin der Internet World. Quelle: Unternehmen

Daniela Zimmer, Programmleiterin der Internet World. Quelle: Unternehmen

Digital Commerce im Aufwind: 58 Prozent der deutschen Schnäppchenjäger bestellen Produkte und Marken bei Händlern im Ausland. Günstigere Preise und die Nicht-Erhältlichkeit hierzulande spielen eine gewichtige Rolle. Dieses Ergebnis geht aus einer Studie unter über 5.000 deutschen Internetnutzern hervor, die das Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting im Auftrag der Internet World Messe durchgeführt hat.

„Wir stellen fest, dass inzwischen viele Online-Shopper ihren Radius erweitern, wenn sie online einkaufen. Die Scheu vor dem Klick auf den Kaufen-Button im Ausland sinkt mit zunehmender E-Commerce-Erfahrung immens“, so Daniela Zimmer, Programmleiterin der Internet World.

54 Prozent der Befragten haben schon öfter bei einem europäischen Online-Shop bestellt, 41 Prozent tun dies auch außerhalb Europas. Sehr oft werden Produkte beim internationalen Online-Shopping gekauft, die in Deutschland nicht erhältlich sind, so das Motiv der Mehrheit von 90 Prozent. Zudem gilt der Preis für die Deutschen als ausschlaggebendes Kriterium bei ausländischen Shops: 83 Prozent der Online-Shopper glaubt, sie können im Ausland online zu günstigeren Preisen einkaufen als in Deutschland.

Schnäppchenjäger bestellen in internationalen Online-Shops: Günstige Preise und internationale Verfügbarkeit von Produkten geben den Ausschlag. (Symbolbild)

Schnäppchenjäger bestellen in internationalen Online-Shops: Günstige Preise und internationale Verfügbarkeit von Produkten geben den Ausschlag. (Symbolbild)

Das Profil: Männlich, jung, gebildet

Von den Online-Shoppern, die weltweit über das Internet bestellen, sind 58 Prozent männlich und knapp ein Drittel ist jünger als 30 Jahre alt. Vier von zehn Befragten (63 Prozent) haben als Schulabschluss Abitur. Die Mehrheit zeigt sich im Umgang mit mobilen Geräten vertraut: 87 Prozent besitzen Smartphones und 58 Prozent Tablet-Geräte. Im Vergleich zur Gesamtnutzerschaft der deutschen Onliner ist dieser Verbreitungsgrad mobiler Endgeräte bei den Schnäppchenjägern deutlich größer.

International Shoppen unter Vorbehalt

Die meisten Online-Shopper sind sich nicht kalkulierbarer Risiken des internationalen Online-Handels bewusst. Auf 63 Prozent wirken hohe Versandkosten abschreckend, 60 Prozent scheuen versteckte Kosten in Form von Bank- oder Zollgebühren. Sicherheitsaspekte spielen hingegen eine weit weniger bedeutende Rolle: Nur 24 Prozent meinen, dass der Auslandszahlungsverkehr unsicher erscheint und lediglich 32 Prozent zeigen sich besorgt um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten. Insbesondere die jungen Nutzer haben die größeren Vorbehalte beim weltweiten Online-Shopping. So scheuen über drei Viertel der Unter-30-Jährigen die hohen Versandkosten, 57 Prozent haben Angst vor der Kostenexplosion bei etwaigen Retouren.

Mike Schnoor

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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3 Antworten

  1. Marco sagt:

    Interessante Studie, deren Ergebnis ich so nicht erwartet hätte. Meiner Erfahrung nach tun sich deutsche Internetnutzer sogar schwer, wenn es sich um einen deutschen Onlineshop handelt, der nicht zu einem großen, bekannten Unternehmen gehört. Dass da 40 % im außer europäischen Ausland bestellen, verwundert mich daher schon sehr.

    Wäre noch interessant zu wissen, als was Amazon mit Firmensitz in Luxemburg zählt. Wenn Amazon also als ausländischer Shop zählt, dann glaube ich die 58 Prozent gerne.

  2. Sven sagt:

    Im europäischen Markt kann es sich schon anbieten im Ausland zu bestellen – gerade in Ländern, die als Währung auch den Euro haben. In den USA würde ich persönlich bei dem Kurs nicht bestellen, da ist alles doch recht teuer. Vor 5 Jahren war das noch echt ein Paradies 🙂

  1. 19. November 2015

    […] hinweg ein. Allein in Deutschland haben fast 60 Prozent der Onlinekäufer bereits in einem nicht-deutschen Onlineshop eingekauft. Und das nicht nur einmal: Über die Hälfte der bei einer Cross-Border-Studie von Fittkau […]

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